Hotel Post

Das Hotel Post in Partenkirchen

von Susanne Nebl

Das Hotel Post und seine Dependance, das Schweizerhaus, nutzte König Ludwig, um dort vor seinem Ritt auf den Schachen zu übernachten. Das eigens für ihn eingerichtete Zimmer kann heute noch, selbstverständlich renoviert, bezogen werden.

Den König als Stammgast

Damit konnte sich das „Hotel Post“ in Partenkirchen rühmen, denn schon seit seiner Kindheit war Ludwig oft hier zu Gast. Und auch als König kehrte Ludwig „in den ersten Jahren alljährig zweimal, im Herbste und im Frühling, bei ihnen ein“, wie die Posthalter-Familie berichtete.

Im Zentrum von Partenkirchen liegend, gehörte das „Hotel Post“ zu den besten Adressen der Umgebung. 1893 wurde die anliegende Straße in „Ludwigsstraße“ zu Ehren des „Kinis“ umbenannt.

 2009 wurde das „Hotel Post“ von der Atlas Grand Hotel-Gruppe komplett saniert und unter neuer Leitung wiedereröffnet.

Nicht nur die mit ortstypischer Lüftlmalerei verzierten Außenwände des Hotels sind aus Ludwigs Zeiten erhalten geblieben. Auch das Mobiliar des damaligen Königszimmers kann heute noch bewohnt werden.

Für ca. 150€ kann man die „König-Ludwig-Suite“ buchen.

 

Das Hotel Post

Atlas Grand Hotel

Ludwigstraße 49

82467 Garmisch-Partenkirchen

www.atlas-grandhotel.com

 

 

 

„Pfiad eana Gott, grüßens eana Mutter schön, und kommens bald wieder, dös sag i iana, scho, s’nächste Mol do müassens länger bleibn, net grod a so a paar Tog!“ 

 So wurde König Ludwig vom Posthalter Johann Reiser (1805-1877)  verabschiedet, als er sein Stammquartier, das Schweizerhaus, verließ.
König Ludwig  bezog in der Dependance des Hotels Post regelmäßig Quartier, um die Bauarbeiten des Schlosses Linderhof zu überwachen und danach zum Schachenschloss weiter zu reisen.
 

„… in seiner guten Zeit, da  ihn die Menschenscheu  noch nicht erfasst hatte.“

Während seines Aufenthalts pflegte Ludwig einen guten Kontakt zu den Partenkirchenern.
So berichtet eine Ladenbesitzerin, wie der König persönlich in ihrem Süßigkeiten-Laden Südfrüchte und Lebkuchen kaufte, die er dann, von seinem Balkon im Schweizerhaus, zu den Kindern hinunterwarf.
Immer „sehr freundlich“ soll er gewesen sein und die Menschen „nach allen Seiten“ gegrüßt haben.
Für Ständchen haben Kinder vom ihm angeblich immer kleine Geschenke bekommen, und Franz Xaver Berwein bekam ein Zwanzigmarkstück  „bloß für an guadn Jodler.“
Als der Posthalter Johann Reiser bei einem Ausritt das Hufeisen des Rappen „Ralf“ verlor, war der König nicht verärgert, obwohl „Ralf“ sein Lieblingspferd war. Im Gegenteil: als Johann Reiser das verlorene Hufeisen wiederfand, wurde er vom König mit einem „goldenen Ring mit Diamanten“ belohnt.

 

Literatur

Emma Bodenmüller, Aus meiner Sicht, Bd.I, Garmisch 1996, 90, zit. nach: Mario Praxamer, Peter Adam, König Ludwig II. in der Bergeinsamkeit von Bayern & Tirol, Garmisch-Partenkirchen 2002, 45.

Posthalter Reiser, in: Hermann Hausner, Ludwig II. Berichte der letzten Augenzeugen, München 1961, 64, 65, zit. nach: Praxamer/Adam, a.a.O., 45.

Garmisch-Partenkirchener Tagblatt, 13.1.1940, zit. nach: Praxamer/Adam, a.a.O., 47.